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Sunday, June 19, 2011

Wolle Färben

This post is about wool dying with food colors - the English post will follow some time soon.


Neulich habe ich mich selbst mal wieder mit etwas Neuem konfrontiert: Wolle selbst färben. Weil ich erst einmal Erfahrung damit gemacht habe, ist dies hier mehr ein Bericht über ein gelungenes Experiment als eine Anleitung.

Ich hatte diese Anleitung (http://www.youtube.com/user/chantimanou#p/u/13/8U_Dy8HuZrA) gesehen und dachte, ich muss das unbedingt mal selbst probieren. 
Hier sind die Videos dazu, die ich Euch unbedingt  empfehle:

Teil 1:

und der Teil 2:


Den Blog von Chantimanou empfehle ich sowieso ganz besonders. Man lernt eine Menge über Garn. Eigentlich geht es hauptsächlich ums Spinnen, aber es kommen auch viele anderen Themen zur Sprache.
Man braucht:

- Wolle, die Farbe aufnehmen kann. Ich habe es bisher nur mit Karisma von Garnstudio versucht, kann also über anderes Garn nicht berichten.
- Ostereierfarben oder Lebensmittelfarbe
- Essig
- Frischhaltefolie
- Microwelle oder Backofen
- Abdeckung für den Arbeitsplatz
- einen Platz zum Wolle trocknen

Nach langer Suche nach dem richtigen Garn für dieses Experiment bin ich wieder mal bei den Garnen von Drops (Garnstudio) gelandet. Karisma ist reine Wolle und damit schön zu färben. Ich habe 8 Knäuel in Weiß bestellt. (Meine Quelle für Drops-Garne ist übrigens www.Lanade.de 

Als Färbematerial habe ich Ostereierfarben verwendet. Die sind günstig, in den wesentlichen Farben vorhanden - man kann sie mischen, verdünnen oder verstärken und vor allem: Man kann sich mit ihnen nicht vergiften. Lebensmittelfarben kann ich sogar essen, dann kann ich sie auch auf der Haut tragen oder kleinen Kindern in die Hand geben.

Zusammen mit meiner Schwiegermutter habe ich dann zu Ostern losgelegt. Jede von uns hat 3 Knäuel Karisma zu je einem Strang gewickelt und abgebunden. Wir haben einfach um eine Stuhllehne gewickelt, weil ich keine Haspeln habe. Wir haben je ein Knäuel in Weiß verwahrt, damit wir ggfs. später beim Stricken ein bisschen variieren können.

Die Stränge haben wir dann (je 3 zusammen) in großen Töpfen in dem Essig eingelegt. Das Ganze haben wir ein wenig mit Wasser aufgefüllt, damit die Stränge auch ganz bedeckt waren und haben es zwei Stunden stehen lassen. Die Wolle ist dann gebeizt und kann die Farbe aufnehmen.

In der Zeit haben wir Ostereierfarben angemischt, einfach nach deren Anleitung. Wir haben Tabletten verwendet. Aber es geht natürlich jede Art von Lebensmittelfarbe.



Dann haben wir die Stränge ausgedrückt. Hätten wir mehr Wolle färben wollen, könnte man den restlichen Essig natürlich wiederverwenden.

Wir haben unsere Arbeitsfläche mit Frischhaltefolie ausgelegt und die Stränge darauf gelegt. Mit Löffeln haben wir dann die Farblösungen auf den Strängen verteilt. Wir haben jeweils unterschiedliche Farbvarianten gewählt. 





Man kann auch lauter andere Werkzeuge zum Verteilen verwenden, zB Spritzen, Pinsel (für kleine Stellen) und so weiter.

Nach dem Verteilen haben wir die Wolle mit Frischhaltefolie bedeckt und als kleine Päckchen zusammengerollt. Die haben wir dann für 5 Minuten bei höchster Stufe in die Microwelle gepackt. Alternativ kann man sie wohl auch im Backofen fixieren, aber damit habe ich keine Erfahrung. Man braucht wohl ca. 45 Min bei60 Grad – ohne Folie!

Nach der Microwelle haben wir die Wolle erst abkühlen lassen. Natürlich haben wir uns trotzdem die Finger verbrannt. Wir konnten ja nicht warten.

Anschließend haben wir die Wolle ausgewaschen. Schon beim ersten Spülen kam gar keine Farbe mehr heraus.Ich hätte gedacht, wir hätten hinterher schön bunte Finger.



Die Stränge haben wir dann über einen Besenstil gehängt, bis sie trocken waren. Dann haben wir Knäuele gewickelt. Demnächst werde ich wohl einen Schal oder eine Kinderjacke aus meinen Knäuelen stricken. Ich bin gespannt, was meine Schwiegermutter daraus macht.

Hier sind dann unsere Resultate:



Und im Probelappen sieht es dann bei mir so aus: (mädchenhaft bunt, denke ich. Und ich kenne schon jemanden, die sich einen Schal daraus gewünscht hat):




Sunday, May 1, 2011

Mathe und Dreieckstücher

Ich habe vor kurzem mein erstes Lace-Dreieckstuch gestrickt. Jetzt bin ich mit dem zweiten beschäftigt.

Beide Tücher werden aus der Nackenmitte heraus mit Zunahme von 4 Maschen alle 2 Reihen gestrickt, bis die Gesamtgröße erreicht ist.



Und beim Stricken habe ich mich jetzt häufiger gefragt, wie weit ich eigentlich bin. Durch die ständige Vergrößerung ist es für einen Anfänger nicht so leicht abzuschätzen, wie weit man schon ist, wie viel noch nötig ist, oder wie viel der verbleibende Rest Garn hergibt.

Ich habe mich letzte Woche entschlossen, das Ganze über Mathematik zu lösen.

Daraufhin habe ich viel a-quadrat plus b-quadrat gleich c-quadrat vor mich hingemurmelt, bis mein Mann vor lauter Schreck eingeschlafen ist (Zitat geklaut aus Glennkill :o) ). Aber ehrlich? das haut nicht hin. Wurzeln ziehen ist viel zu kompliziert und ob das Tuch wirklich einen rechten Winkel in der Spitze hat? Das bezweifele ich.

Ich habe mir dann nochmal vernünftige Gedanken zum Thema Tuch gemacht und bin zu folgenden Schlüssen gekommen. Vielleicht interessiert es ja jemanden, was ich gerechnet habe und warum und wie man es nachrechnet.



Die Maschen erstrecken sich über die Fläche des Tuchs. Unter der Voraussetzung dass die Maschendichte und der Garnverbrauch im Verlauf des Tuchs etwa gleich sind, kann man also die Fläche mit dem Garnverbrauch und den Gesamtmaßen vergleichen.

Das Tuch zu vermessen bringt nicht sehr viel, weil die Maße meist nach dem Blocken angegeben werden - und die Maße der Anleitung auch nur stimmen, wenn man die richtige MaPro hat (und das prüfe ich gar nicht wirklich nach, bei einem Tuch).
Aber die Reihenzahl, die kennt man ja normalerweise, wenn man das Tuch geplant hat. Die Breite der Maschen und die Höhe der Maschen verändert sich ebenfalls nicht. Für meine Berechnung (die ja nur Verhältnisse angeben wird) habe ich angenommen, dass die Maschen und Reihen gleiche Höhe und Breite haben, dass es also Quadrate ergeben wird.



Genug der Vorrede.

Ein Tuch mit dieser Konstruktion ist ein gleichschenkliges Dreieck.
Die Fläche eines gleichschenkligen Dreiecks errechnet man durch Basis (die Lange Seite) mal halbe Höhe (die Entfernung zwischen Mitte der Basis (Anschlagpunkt) und Spitze des Tuchs).

Mein Musterdreieck sieht also so aus:

Basis (Lange Seite) = c
Seitenlängen = a und b dabei ist a = b, aber darauf kommt es gar nicht an
Höhe (Mitte der langen Seite bis Spitze des Dreiecks) = h

Wie groß ist die Fläche meines Dreiecks?

ich brauche die halbe Höhe, also 1/2 h
und ich weiß, dass meine Basis doppelt so lang is, wie meine Höhe.
1/2 h = x
dann ist c = 4 x

Die Fläche meines Dreiecks ist damit
   c mal 1/2 h 
= 4 x mal x 
= 4 x quadrat

Wenn ich also die Hälfte der Reihen gestrickt habe (da war ich in meinem Tuch...) - Wie viel Prozent meines Tuchs habe ich dann gestrickt?

Wenn das 2. Dreieck (das fertige Tuch) also wäre:

c2 = 2c
h2 = 2h

dann lautet die Formel:

   c2 mal h2 
= 2 mal 4x mal 2 mal 1x
= 8x mal 2x
= 16 x quadrat

Was heißt das ganze Mathe-Zeug jetzt?

Das heißt: Die Hälfte der Musterrapports ist gestrickt, dann ist damit ein Viertel des gesamten Tuchs gestrickt.

Ob Euch das jetzt frustriert oder motiviert, das überlasse ich Euch. Ich habe jedenfalls weitergestrickt, um diesen Wert bald zu überschreiten.